PostHeaderIcon Schon mal was von Hopfenspargel gehört?

Hopfenspargel ist kein neues Gemüse. Eher uralt. Aber völlig neu entdeckt. In Oberösterreich nennt man Hopfenspargel und Alfred Allerstorfer in einem Atemzug. Er ist Hopfenbauer, Gastwirt und sozusagen  Vorreiter beim Hopfenspargel. Er erzählt uns hier etwas mehr über eine noch eher unbekannte Delikatesse.

SG: Herr Allerstorfer, Hopfenspargel gilt als ganz besondere Spezialität. Warum?

AA: Oh, das hat viele Gründe! Zum einen ist Hopfenspargel extrem gesund, zum anderen gibt es ihn immer nur für sehr kurze Zeit. Cirka für vier Wochen im Frühjahr. Dazu kommt, dass er sehr aufwendig zu ernten ist.

SG: Was ist Hopfenspargel genau?

AA: Wie auch der Gemüsespargel ist der Hopfenspargel ein junger Trieb einer Pflanze, in diesem Fall eben der Hopfenpflanze. Normalerweise nimmt man die Triebe, um neue Pflanzen anzusetzen. Wenn man sie nicht braucht, hat man sie bisher verkommen lassen. Jetzt aber hat man sich wieder daran erinnert, dass diese jungen Triebe eine extrem gesunde und gut schmeckende Köstlichkeit sind.

Frischer Hopfenspargel, Rechte: Allerstorfer

 

SG: Warum so gesund?

AA: Über Hopfen gibt es eine Menge Studien. 2007 zum Beispiel wurde die Hopfenpflanze von der Uni Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Grund dafür sind einige ganz spezielle Inhaltsstoffe. Das Lupolin etwa, das ist sehr, sehr beruhigend. Auf der Welser Herbstmesse heuer verkaufen wir Hopfenpolster, zum Selber-Machen. Eben weil Hopfen so stark beruhigend wirkt, ist ein solcher Polster ideal bei Schlafstörungen. Ein anderer Wirkstoff ist Xantahumal, der erwiesenermaßen krebshemmend ist. Hopfen enthält außerdem weibliche Östrogene. Für Frauen, vor allem in den Wechseljahren, sehr empfehlenswert. Man muss da nicht unbedingt Biertrinker sein, um in den Genuss dieser Wirkungen zu kommen. Weil man Hopfen eben auch verkochen kann. Aber gegen das Biertrinken spricht natürlich auch nichts:-)

SG: Bei Hopfen sind Sie ja Spezialist, Sie sind auch Mitglied beim Hopfenmuseum.

 

AA: Ja, ich bin der Besitzer des Mueseums und der Hopfenstub’n. Drei Kooperationspartner liefern Fleisch, Brot, Edelbrände und Liköre für die Gastronomie. Das Museum und die dazu gehörige Hopfenstubn gibt es seit 2005. Das Interesse ist enorm hoch. Auch viele junge Leute wollen genau wissen, wie Hopfen verarbeitet wird, wie er wirkt, wieso Bier gesund ist. Vor allem letzteres freut viele:-) Bei einer Bierverkostung der verschiedenen Mühlviertler Biere kann dann jeder selbst sein Lieblings-Bier entdecken.

SG: Wie wird Hopfenspargel nun am besten verkocht?

AA: Die Triebe sind sehr dünn. Und wie alle Spargelgewächse muss man auch den Hopfenspargel von seinen Fasern befreien. Schält man ihn aber wie z. B. den grünen Spargel, würde nichts übrig bleiben. Daher kann man ihn nicht genau so verarbeiten. Ideal ist es, wenn man ihn in einer Suppe kocht oder wenn man ihn ganz klein schneidet, für einen Salat etwa oder für ein Risotto. Herrlich! Hopfenspargel schmeckt intensiver als der Gemüsespargel. Er kommt wirklich sehr gut an. Es gibt jetzt auch schon einige Gasthäuser in der Umgebung, die ebenfalls Hopfenspargel anbieten. Das freut mich.

 

Sogar Pralinen gibt es mit Hopfen, Rechte: Allerstorfer

 

Alfred Allerstorfer hat eine gemischte Landwirtschaft, eine Stiermast und 6,35 ha Hopfenanbau. Im Hopfenland gibt es noch für ganz kurze Zeit die Hopfenspargelsuppe zu verkosten – und auch die Pralinen.

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