Archiv für die Kategorie „Sommerglücksmomente“
Speckknödel aus dem Backrohr – ein Lieblingsgericht aus dem Böhmerwald
Haben Sie gewusst, dass ein gebackener Knödel nie gekocht wurde? Jaja, das sagt schon der Name, meinen Sie? Dennoch glauben viele, der Knödel werde vorher gekocht und dann erst überbacken. Zwei, die’s wissen müssen, im Gespräch: Knödelwirt Diendorfer und Speck-Experte Haudum.
Sommerglück: Herr Diendorfer, Sie haben jede Menge Knödel auf der Speisekarte. Wie kommt der Speckknödel an?
Diendorfer: Sehr gut! Er führt die Knödel-Hitparade:-)
Sommerglück: Was ist das Geheimnis eines gelungen Speckknödels? Haben Sie Tipps für unsere Leser?
Diendorfer: Basis ist ein Erdäpfelteig. Da nimmt man natürlich mehlige, kocht sie frisch und verarbeitet sie dann gleich.
Haudum: Wenn man ein wenig Topfen dazu gibt, werden die Knödel sämiger.
Diendorfer: Und der Speck ist wichtig, eigentlich das Wichtigste! Wir kaufen aus der Umgebung rohes Fleisch, lassen ihn selchen, noch wie damals, mit bestem Holz. Wir verwenden nur Bauchspeck, der ist am saftigsten.
Haudum: Ja, am besten ein Wammerl, das ist eine Spezialität.
Sommerglück: Herr Haudum, Sie haben eine eigene Speckwerkstatt und machen den Speck auch selbst.
Haudum: Ja, wir haben acht verschiedene Specksorten in unserem Sortiment. Die Leute kommen gerne, machen eine Verkostung, schauen sich die Selcherei an und wie wir damit arbeiten.
Sommerglück: Gibt’s noch andere übergossene Knödel?
Haudum: Ja, wir backen auch die Zwetschkenknödel und übergießen sie. Da schneiden wir dann in das Rahm-Eier-Gemisch noch zusätzlich Zwetschken rein.
Sommerglück: Überbackene Knödel sind eine Spezialität aus der Region, oder?
Diendorfer: Ja, die gibt’s nur im Böhmerwald. Dafür aber schon seit es Aufzeichnungen über die Küche dieser Region gibt:-) Bei uns seit 1954.
Sommerglück: Abschließende Frage: Wie schmeckt der gebackene Speckknödel am besten?
Haudum: Frisch aus dem Ofen, da ist der Aufguss noch ganz flaumig. Mit Sauerkraut, Kartoffeln und einem guten Bier.
Mehr Infos zum Genuss in Oberösterreich finden Sie hier.
„Gestacheltes“ Bier als Spezialität zu Desserts
Sind Sie Biertrinker? Dann kennen Sie bestimmt mehrere Biersorten. Aber haben Sie gewusst, dass es international um die 100 verschiedenen Bierstile gibt? Und dazu noch die unterschiedlichsten Veredelungs-Techniken? Ich sag’s gleich, ich bin Biersommelier, ich muss das wissen:-). Eine solche Technik möchte ich hier gerne vorstellen, weil die gerade im Winter sehr beliebt ist.
Was dann passiert, ist mit einer kleinen Geschmacks-Explosion zu vergleichen. Die unvergorenen Zuckeranteile werden dadurch angeröstet und karamellisiert. Das Bier verliert etwas von seiner bitteren Note und bekommt dafür eine besondere Malzsüße. Ein einmaliger Genuss! Der Schaum wird dabei leicht erwärmt und sahneartig steif. Das ist auch die erste Empfindung beim Trinken. Muss man einmal probiert haben. Zuerst der warme Schaum, dann das kühle karamellisierte Bier, dazu vielleicht eine Crème brulée, ein Tiramisu oder sonst ein köstliches Dessert – was will man mehr? Eine perfekte Kombination. Rinnt Ihnen schon das Wasser im Mund zusammen? Mir auch:-)
Nicht verwechseln übrigens mit dem Bierwärmer! Der macht das Bier nur warm und schal und ist außerdem unhygienisch. Nein, ein Bierstachel ist etwas anderes. Dafür eignen sich auch nur Starkbiere, wie Bockbiere, weil diese eben ausreichend unvergorene Zuckeranteile haben.
Bei uns im Gasthaus wird schon seit vielen Jahren gestachelt. Das ganze Jahr über. Schwerpunkt ist allerdings im Winter. Und das hat mit der Tradition zu tun. Ursprünglich kommt das Stacheln nämlich aus der Schmiedezunft. Wenn den Handwerkern im Winter kalt war, haben sie ihr heißes Eisen ins kalte Bier getaucht. Dass daraus einmal eine spezielle Veredelungs-Technik wird, haben sie bestimmt nicht geahnt. Darauf stoßen wir an!
Biersommelier-Weltmeister-Karl Schiffner vom Biergasthaus Schiffner in Aigen-Schlägl.



