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„Gestacheltes“ Bier als Spezialität zu Desserts
Sind Sie Biertrinker? Dann kennen Sie bestimmt mehrere Biersorten. Aber haben Sie gewusst, dass es international um die 100 verschiedenen Bierstile gibt? Und dazu noch die unterschiedlichsten Veredelungs-Techniken? Ich sag’s gleich, ich bin Biersommelier, ich muss das wissen:-). Eine solche Technik möchte ich hier gerne vorstellen, weil die gerade im Winter sehr beliebt ist.
Was dann passiert, ist mit einer kleinen Geschmacks-Explosion zu vergleichen. Die unvergorenen Zuckeranteile werden dadurch angeröstet und karamellisiert. Das Bier verliert etwas von seiner bitteren Note und bekommt dafür eine besondere Malzsüße. Ein einmaliger Genuss! Der Schaum wird dabei leicht erwärmt und sahneartig steif. Das ist auch die erste Empfindung beim Trinken. Muss man einmal probiert haben. Zuerst der warme Schaum, dann das kühle karamellisierte Bier, dazu vielleicht eine Crème brulée, ein Tiramisu oder sonst ein köstliches Dessert – was will man mehr? Eine perfekte Kombination. Rinnt Ihnen schon das Wasser im Mund zusammen? Mir auch:-)
Nicht verwechseln übrigens mit dem Bierwärmer! Der macht das Bier nur warm und schal und ist außerdem unhygienisch. Nein, ein Bierstachel ist etwas anderes. Dafür eignen sich auch nur Starkbiere, wie Bockbiere, weil diese eben ausreichend unvergorene Zuckeranteile haben.
Bei uns im Gasthaus wird schon seit vielen Jahren gestachelt. Das ganze Jahr über. Schwerpunkt ist allerdings im Winter. Und das hat mit der Tradition zu tun. Ursprünglich kommt das Stacheln nämlich aus der Schmiedezunft. Wenn den Handwerkern im Winter kalt war, haben sie ihr heißes Eisen ins kalte Bier getaucht. Dass daraus einmal eine spezielle Veredelungs-Technik wird, haben sie bestimmt nicht geahnt. Darauf stoßen wir an!
Biersommelier-Weltmeister-Karl Schiffner vom Biergasthaus Schiffner in Aigen-Schlägl.

